Nicht so perfekte Apfel oft am besten.
Oft sind gerade die kleineren, nicht ganz so perfekten Äpfel am schmackhaftesten.
Bei der Einteilung in Handels-Güteklassen spielen vor allem Äußerlichkeiten wie Größe und Farbe eine Rolle, der Geschmack ist eher nebensächlich. Dabei sind es oft gerade die kleineren, nicht ganz so perfekten Äpfel, die besonders wohlschmeckend sind.
Beim Einkauf sollte man deswegen weniger auf das Äußere sondern vielmehr auf den Duft achten. Er sollte je nach Sorte aromatisch und frisch sein.
Apfel ist nicht gleich Apfel
Braeburn, Golden Delicious, Granny Smith, Elstar, Jonagold, das sind nur einige der bekannten Sorten. Zum Verarbeiten in der Küche sind sie aber nicht alle gleich gut geeignet. Zum Backen nimmt man am besten Äpfel, die nicht so schnell zerfallen, wie Boskoop, Elstar, Gravensteiner und Idared. Für Apfelmus eignen sich Braeburn, Gloster und Jonagold, zum Dünsten Berlepsch, Elstar und Jonagold.
Beliebteste Sorten
Golden Delicious: Der gelbe, vorwiegend süße Apfel mit wenig Säure ist ziemlich fest und eignet sich auch für alle Salatarten. Eher fader Geschmack. (USA 1890; 10-15 mg Vitamin C)
Braeburn: aus Neuseeland. Zufallssämling. Mittelgroßer aromatischer Apfel mit festem Fleisch. Knackig süß mit leichter Säure. (20 mg Vitamin C)
Boskop: Die Grundfarbe ist grünrot bis rot, dabei leicht berostet. Das gute Aroma dieser Frucht weist eine intensive Säure auf. Der Apfel wird bei Lagerung mürbe. Idealer Koch- und Backapfel, auch gut für Gelees. (Holland 1856; 15-20 mg Vitamin C; viel Säure)
Jonagold: Goldgelb mit rötlichen Schattierungen, manchmal auch rot geflammt. Hocharomatische Sorte, feinsäuerlich. (USA 1943; 10-15 mg Vitamin C)
Elstar : Seine vollrote Schale hat den Newcomer zu einem großen Favoriten gemacht. Der Elstar schmeckt fruchtig-würzig, ist sehr aromatisch, dabei knackig saftig . Elstarsorten, die in der Herbstmitte geerntet werden, halten sich 3-4 Monate. (Holland 1955; 10-15 mg Vitamin C)
Jonathan: Leuchtend rote Bäckchen auf gelblich grüner Schale, so präsentiert sich die italienisch und ungarische Sorte auf unserem Markt. Gut für Mus oder Kompott geeignet.
Idared: Er ist mit Abstand der beliebteste nordamerikanische Apfel für die Herstellung von Apfelmus. Die Früchte haben eine feine Säure, die europäischen Äpfeln oft fehlt.
Gala: Dieser Apfel aus Neuseeland hat eine gelbe Grundfarbe und leuchtend rote orangerote Bäckchen. Am besten schmeckt er ganz frisch. Als Tafelobst und zum Kochen geeignet.
Granny Smith: Dieser recht große Apfel wurde erstmals in Australien von Maria Smith angebaut. Er ist zunächst leuchtend grün und wird durch Reifung gelb. Meist wird er noch unreif verkauft, so dass er fest und knackig und leicht säuerlich ist.
Einkauf und Lagerung
Wenn sie Äpfel unbehandelt wollen, sollten sie schon beim Biobauern oder einheimischen Bauern kaufen, der ihnen wenig Pflanzenschutzmittelbehandlung garantiert. Die "Slow-food-Bewegung" propagiert Streuobstwiesen und eine neue Apfelkultur in Opposition zum makellosen, genormten und schon hybriden Industrieapfel. Riechen sie ruhig an ihrem Apfel. Ein guter Apfel verströmt meistens ein gutes Aroma. Lassen sie sich nicht zu sehr von der Farbe verführen. Gerade diese Exemplare sind oft geschmacklos und mehlig. Äpfel reifen nach dem Pflücken weiter. Für sehr kurze Zeit kann man sie im Kühlschrank in einem Plastikbeutel mit Löchern aufbewahren. Um Äpfel zu lagern, legt man sie am besten schichtweise, mit Zeitungspapier dazwischen, in eine Obstkiste, mit der Stielseite nach unten. Möglichst in einem kühlen Keller lagern. Immer wieder sicherstellen, dass keine faulen Äpfel dazwischen liegen. Die faulen Früchte umgehend entfernen. Nicht neben Kartoffeln lagern.
Herkunft und Kulturgeschichte
Ursprünglich ist er in den Bergregionen Südwestchinas beheimatet. Als Vorfahren unserer heutigen Tafeläpfel sind in erster Linie der Kaukasusapfel und der Altaiapfel zu sehen, wobei letzterer immer noch in der Nähe von Alma Ata zu finden ist, die übersetzt bezeichnenderweise "Stadt des Apfels" heißt. Aus Mittelasien gelangte der Apfel über die alten Handelsstraßen in den Schwarzmeerraum. Schon im antiken Griechenland wurde der Apfel in Kultur genommen und mit dem "Pfropfen" eine Form der vegetativen Vermehrung entwickelt. Die gezielte Weiterentwicklung von Apfelsorten erfolgte erst mit Beginn des 19. Jahrhunderts. Das mit Abstand wichtigste Erzeugerland für Äpfel China, gefolgt von den USA. Die Hälfte der Äpfel auf dem deutschen Markt stammt aus heimischen Anbau, dennoch ist Deutschland gleichzeitig größter Importeur.
Kulturgeschichtlich hat der Apfel auch eine große Bedeutung. Schon im Altertum galt er als Symbol für Liebe und Fruchtbarkeit. Kein Wunder, dass man ihn für den Sündenfall verantwortlich machte. Die alten Griechen und Römer hielten Äpfel für ein Aphrodisiakum. Als Symbol für Tradition und Herrschaft hat der Reichsapfel Geschichte gemacht, den die Herrscher bei der Krönungszeremonie in der linken Hand hielten. Auch in viele Bräuchen, Sagen und Märchen unseres Volkstums hat der Apfel Einzug gehalten; z. B. gilt er als Nikolausgabe und ist auch als Weihnachtsschmuck sehr begehrt. Und jeder kennt "Schneewittchen", die den giftigen Apfel verschluckte. Ein schönes Beispiel dafür, wie der Apfel zur Erkenntnis führt, ist die Anekdote von Newtons Apfel, der ihm, unter einem Apfelbaum liegend, auf den Kopf fiel und somit der Anstoß für die Gesetze der Schwerkraft war.
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